KONTINENTE
Das große Spiel der Kräfte der Welt
Endlich war es wieder so weit! 60 Pfadfinderinnen und Pfadfinder unseres Stammes schlugen vom 1. bis
4. Juni 2000 ihr Lager auf dem Jugendzeltplatz Almke auf. Wieder gemeinsam unterwegs
zu sein und Spannendes zu erleben, darauf hatten sich die Teilnehmenden sehr
gefreut. Bei sonnigem Wetter und guter Laune wurde das lang geplante Lager zu
einem großen Erfolg.
"Augen auf - Stoppt Diskriminierung" lautet das Thema der diesjährigen Jahresaktion
unseres Verbandes. und war auch ein Schwerpunkt dieses Stammeslagers. Um das
Thema "Diskriminierung" zu veranschaulichen, entwarf das Vorbereitungsteam das
große Spiel der Kräfte der Welt. Fünf Gruppen wurden gebildet, die die Kontinente
Afrika, Asien, Amerika, Australien und Europa darstellten. Ihre erste Aufgabe
war, sich eine eigene Identität aufzubauen. Dabei wurden für ihren jeweiligen
Kontinent typische kulturelle Merkmale herausgearbeitet. Ziel hierbei war es,
daß jede Kontinentgruppe positiv von sich überzeugt war. Nur der eigene Kontinent
war der beste. Die Kontinentgruppen stellten sich in einer Präsentation dar,
und in einer Talkrunde am Abend des ersten Spieltages, machten Vertreterinnen
und Vertreter der Kontinente ihre Standpunkte deutlich. Hierbei durfte und sollte
kräftig diskriminiert werden.
Am zweiten Spieltag wurde der Bogen von den einzelnen Kontinenten zur gemeinsamen
Welt, vom "Ich" zum "Weltbürger, zur Weltbürgerin" gespannt. Zunächst wurde
herausgearbeitet, welchen Nutzen die Kontinente voneinander haben könnten. Rohstoffe,
Wissen und Kultur waren hier zu Beginn die Schlagwörter. Im weiteren Spielverlauf
näherten sich die Kontinente einander an. Schließlich kam es zur Gründung der
"Konföderation der irdischen Zusammenarbeit". Es setzte sich die Einsicht durch,
daß eine Welt ohne Grenzen auf die viel zu großen Waffenarsenale verzichten
kann. Das dadurch freiwerdende Geld kann z. B. für Schulen, die Schaffung von
Ausbildungs- und Arbeitplätzen und Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden.
Wirklich nur ein Spiel? Ja, in diesem Lager war es nur ein Spiel. Doch verbirgt
sich für uns Pfadfinderinnen und Pfadfinder eine große Hoffnung darin. Sicher
ist es nicht so einfach, wie in diesem Spiel, doch wenn jeder und jede Einzelne
anfängt, aktiv Diskriminierung im nächsten Umfeld, Schule, Arbeitsplatz, Familie,
Freundeskreis etc., zu stoppen, dann sind wir auf dem "Pfad, der zum Leben führt".
Es gilt, "die Welt ein wenig besser zu verlassen, als wir sie vorgefunden haben"
(Baden Powell).
Martin Wirth